heinig moments – der Verlag

Manchmal stößt man bei der Arbeit am aktuellen Stück auf besondere Hintergründe…

Als es im Studium auf das Diplom-Konzert zuging, stieß ich im Vorwort der Klavierausgabe des Cello-Konzertes von Robert Schumann auf ein Zitat von ihm:

„…daß es vielleicht zum Vortheil sein würde, wenn man ein Saitenquartettarrangement ausarbeitete, auf das man es auch in Privatkreisen ausführen könnte“.

Die “Privatkreise” interessierten mich weniger, das Cello-Konzert in einer Kammermusikbearbeitung hingegen sehr. Leider war sie nirgends zu bekommen, keiner wußte was, keiner hatte davon gehört. Hatte noch nie jemand Joachim Draheims Vorwort im Klavierauszug gelesen? , Keine Kammermusiknoten des Konzerts – wie mir Dr.Matthias Wendt von der Schumann-Forschungsstelle-Düsseldorf bestätigte.

Ich beauftragte den Komponisten Markus Höring ein solches Arrangement zu erstellen. Wenige, dafür aber umso hektischere, weil kurze Proben mit dem Amadis-Quartett – vier wunderbare Damen, die leider nicht mehr zusammenspielen – und diverse Änderungen an der ersten Version von Hörings Bearbeitung und schon kam der Tag des Diplom-Konzerts, welcher für mich durch die Uraufführung dieser Fassung am 18.März 2003 unvergessliche wurde und an dem zugleich die Idee der Veröffentlichung in Form von Noten und CD hörbar im Raume stand.

Schumann hatte das Verlagshaus Breitkopf&Härtel für sich gewinnen können. Besonders gern nahm man das Konzert nicht an, ein Kassenschlager wurde in diesem sonderbar gestalteten Konzert nicht vermutet. Schumann wußte das und schlug ergänzend eine Kammermusikfassung (siehe Zitat oben) vor. Auf Zustimmung traf er nicht.

Als ich nach der Uraufführung der neuen Kammermusikfassung, also etwa 150 Jahre nach der Uraufführung der Orchesterfassung, Kontakt zu Breitkopf&Härtel aufnahm, ging es mir ähnlich wie damals Robert Schumann.

Nach weiteren Verbesserungen die im Rahmen der CD-Ersteinspielung und Konzerten mit dem Amira-Quartett und dem Nomos-Quartett (beide Quartette spielen noch) entstanden, war die Zeit reif für eine echte Edition. Ich gründete meinen Verlag “edition heinig moments” und habe seit dem meine inzwischen international agierende Plattform, um diese neue Fassung für Cello und Streichquartett in Privatkreise aber vor allem raus in die Welt zu bringen.

Inzwischen sind 12 kurze Barockstücke für Cello-Trio und einige Gospels für Cello-Ensemble kurz vor der Druckphase. Eine Bearbeitung der Viola-Sonate von Mikhail Glinka ist neu erschienen. Ich freue mich auch diese Werke bald in den Konzertsälen zu hören.